Als das FriedensPlenum 1990 gegründet wurde, hat keiner von uns erwartet, dass diese bunt gemischte Gruppe aus Grünen, Sozialdemokraten, Kommunisten, Sozialisten, Christen, Kurden, Anarchisten und Parteilosen über so lange Zeit hinweg aktiv sein würde. Ursprünglich aus Protest gegen den ersten Golfkrieg gegründet, hat sich die Arbeit des Plenums längst auf viele andere Themenbereiche ausgeweitet. Im Mittelpunkt stand dabei zunehmend die Situation der hier lebenden Flüchtlinge. Dabei war es uns wichtig, uns nicht nur für Flüchtlinge einzusetzen, sondern sie bei eigenen Projekten zu unterstützen. Darüber hinaus haben wir uns mit vielfältigen Aktionen für die friedliche Lösungen von weltweiten Konflikten, soziale Gerechtigkeit, Toleranz, Bürgerrechte, Naturschutz, die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Iserlohns und den Ausstieg aus der Atomenergie eingesetzt.

Konsensprinzip

Dabei kommt das FriedensPlenum ohne Hierarchie aus. Entscheidungen werden nach dem Konsensprinzip gefällt, das heißt, jeder Mitarbeiter hat ein Vetorecht. Entscheidungen des Plenums werden also grundsätzlich einstimmig getroffen. Ausnahmen werden nur bei Geschmacksfragen gemacht. Die Bands fürs Fest zum Beispiel werden mehrheitlich bestimmt. Was sich vielleicht mühselig anhört, ist die Basis dafür, dass im Plenum seit 36 Jahren Menschen unterschiedlichen Glaubens und politischer Weltanschauung konstruktiv zusammenarbeiten.

Aktiv werden

Die im Plenum praktizierte Basisdemokratie bedeutet jedoch nicht nur mehr Freiheit, sondern setzt vor allem Selbstdisziplin und Engagement voraus. Da es niemanden gibt, der aufgrund seiner Position mit irgendetwas beauftragt werden könnte, muss der Ideengeber bereit sein, selbst aktiv zu werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Arbeit des Plenums immer so gut oder so schlecht ist, wie seine momentanen Mitarbeiter. In diesen Jahr arbeiten auf dem Fest etwa 120 Leute ohne Bezahlung für die gute Sache. Etwa 20 von ihnen kommen mehr oder weniger regelmäßig zum Plenum. Das ist ausbaufähig.

Wer Lust hat, in der Politik mehr als nur Zuschauer zu sein, ist eingeladen, bei uns mitzuarbeiten. Das FriedensPlenum trifft sich dienstags um 19 Uhr im Bürgerraum neben der Treppe auf dem Festgelände.